Historische Informationen

Außenbereich A-Deck: Bildquelle:
"The Odell Family" (rechts = ein Sohn der Familie)
Fragen, die ich beantworte im Überblick:
1. Inwiefern bindest du historische Informationen in deine Bücher ein?
2. Welche Internetseiten, Vereine und Experten findest du spannend?
3. Welche Bücher kannst du empfehlen?
4. Welche Filme hast du gesehen?
5. Welche Erlebnisse, Reisen und Orte haben deine Arbeit an den Titanic Romanen geprägt?
1. Inwiefern bindest du historische Informationen in deine Bücher ein?

TITANIC mit Schlepper:
Bildquelle Robert Welch
Mein Anspruch historische Informationen möglichst authentisch in die Handlung einfließen zu lassen, ist sehr hoch. Die Recherche macht einen großen Teil meiner Arbeit aus. Ich habe zwar schon viel gelesen, bin aber noch nicht mit allen Büchern durch. Beim Lesen von Augenzeugenberichten und Protokollen kommen mir immer neue Gedanken, welche Erlebnisse ich aufgreifen kann.
So finde ich beispielsweise die Diskussion interessant, über die noch keine Einigkeit herrscht. Es geht um die Frage, welches Lied das letzte war, dass das 5-köpfige Orchester auf dem Promenaden der Ersten Klasse während der Katastrophe gespielt hat.
Diskutiert
werden das „Herbstlied“ und das Lied, welches durch
Gottesdienste bekannt war mit dem übersetzten Titel
„Näher, mein Gott, zu dir“. Letztes wird von deutschen
Experten mit großer Wahrscheinlichkeit als zutreffend
erachtet.
Dass ich bereits eine Menge historischer Informationen aufgearbeitet habe, wurde mir in einem Titanic-Musical bewusst. Es wurde in der heutigen Zeit aufgeführt, aber bereits im Jahr 2004 konzipiert. Während der Vorstellung habe ich mindestens 10 historische Ungenauigkeiten erkannt. Zum Beispiel über die Höchstgeschwindigkeit des Schiffes, die zu hoch angesetzte Anzahl der Schwangerschaftsmonate von Mrs. Astor, dass Frauen bei Tisch nicht bedienen durften, denn das war den männlichen Stewards vorbehalten, sowie Teile aus der Schilderung über das Ehepaar Strauss.
Wobei künstlerische Freiheit in Werken natürlich vertretbar ist! „Die eine Wahrheit“ gibt es nicht, wie man in Schilderungen von Augenzeugenberichten der gleichen Situation feststellt, die sich widersprechen. Das Musical hat mir insgesamt gut gefallen! Das Bühnenbild mit den vier Schornsteinen und die Lebendigkeit mit rollbaren Treppen, der Gesang mit Musik und der Wechsel von Einzel- und Gruppenszenen fand ich sehr gelungen. Insbesondere hat mich eins der letzten Szenenbilder bewegt. Die Namen der Menschen, die nicht überlebt hatten, wurden per Projektion auf den verdunkelten Schornsteinen dargestellt, während die Musik einen gefühlvollen Ausklang fand. Das erzeugte eine wertschätzende Stimmung mit Respekt für die Menschen.

Promenadendeck A:
Bildquelle Francis Browne
Beeindruckt hat
mich, dass sie dort auch bekannt gegeben haben, dass mit den
vorhandenen Mitteln knapp 500 Personen mehr hätten gerettet
werden können! Somit hätten ca. 1.200 Menschen
überleben können! So wie mir, dürfte dieser Aspekt vielen
Menschen in der heutigen Zeit nicht bekannt gewesen sein. Er
ist in den Protollen von der Untersuchung in Amerika
dokumentiert.
Wären alle Boote vollbesetzt zu Wasser gelassen worden und die beiden Faltboote, die gar nicht rechtzeitig gelöst werden konnten und wäre das umgekippte Faltboot aufgerichtet gewesen, hätten viel mehr als die circa 700 Menschenleben gerettet werden können.
Nachdem ich davon das erste Mal im Rahmen meiner Recherche las, stellte ich mir die Stammbäume der 500 Menschen vor, die auch noch hätten gerettet werden können. Viele Familienväter hatten bereits Kinder. Durch ihr Schicksal fiel der Ernährer der Familie aus. Wer kümmerte sich nun um ihren Unterhalt, um zu verhindern, dass ganze Familien ins Elend stürzten? Zu dem Thema las ich einen bewegenden Post aus England. Demnach gab es ganze Straßenzüge, in denen in jedem Haus ein Familienmitglied nicht von der Jungfernfahrt der Titanic zurückgekehrt war.

Aufzüge auf dem Schwesterschiff
Olympic 1911 (Vergleich Bauart):
Bildquelle Wikimedia Commons
Im Musical
wurde gesagt, dass 50 Hilfsarbeiter im Alter von 15
Jahren an Bord waren, von denen kein einziger überlebt
hatte. Wie hätten sich ihre Familienstammbäume
weitergeschrieben, wenn sie die Chance gehabt hätten, erwachsen
zu werden und Familien zu gründen? Nach heutigen Gesetzen
gelten 15-jährige als Jugendliche und gehören einer besonders
schutzbedürftigen Gruppe an. Wieso kam damals an Bord keiner
mit gesundem Menschenverstand darauf, dass „nicht Erwachsene“
ebenfalls zu den „Frauen und Kindern“ in die Rettungsboote
durften?
Darüber habe
ich mit einer Freundin diskutiert. Sie mutmaßte, dass sie in
der damaligen Zeit „ganz normal“ zur Besatzung gezählt wurden
und weder sie selbst noch Verantwortungsträger auf die Idee
kamen, die Hierarchie für diese Gruppe zu durchbrechen.
Historisches nebenbei bemerkt:

Thomas Andrews:
Bildquelle Wikimedia Commons
Viele der rund 1.500 Verunglückten sind nicht ertrunken, da sie Rettungswesten trugen, sondern sind erfroren. Das ergab eine Autopsie von mehr als 10 Menschen. Diese wurden einige Zeit später durch ein anderes Schiff geborgen. In ihren Lungen befand sich kein Meerwasser.
Mein historischer Berater berichtete, dass ein Sprung von der Reling ins Meerwasser aufgrund der Beschaffenheit der Rettungswesten nicht ohne Gefahr war. Denn in den Taschen war Kork eingenäht, der durch einen harten Aufprall in der Aufwärtsbewegung der Weste einen Genickbruch verursachen konnte oder bei gesenktem Kopf vorne Mund und Nase blutig schlug.
Im Film von 1958 (kostenfrei auf YouTube) gibt der Chefkonstrukteur Thomas Andrews einem Pärchen den Rat, nicht einfach ins Wasser zu springen, sondern an einem Seil vom Deck hinunterzuklettern. Eine besondere Erläuterung gibt er dazu nicht ab.
An einer anderen Stelle las ich, dass in dem Rettungsboot des Offiziers Lowe, der in dem Rettungsboot Nr. 14 später zurück zur Unglücksstelle rudern ließ, die kräftige, männliche Person, die ins Boot gehievt werden konnte, im Gesicht stark geblutet hat (dieser Passagier hat es letztendlich nicht geschafft). Nachdem ich das mit der Rettungsweste hörte, konnte ich mir den möglichen Zusammenhang vorstellen.

Rettungsboote aus Sicht der Carpathia:
Bildquelle Library of Congress
2. Welche Internetseiten, Vereine und Experten findest du spannend?

@Autorin: Für die Inhalte der Links sind die Seitenbetreiber verantwortlich!
Diese Seitenbetreiber haben auf ihren Websites weitere
Empfehlungen für vertiefende Links und verfügen meistens über
eine Facebook-Seite.
• Titanic Begeisterte
Deutschland: https://www.titanic-begeisterte-deutschland.de
• Deutscher Titanic-Verein (mit YouTube-Kanal: "Der Titanic Kanal"): https://www.titanicverein.de
•
Experte Norbert Zimmermann-Autor:
https://titanicbuchautor.jimdo.com
• Titanic-Verein Schweiz:
https://titanicverein.ch
• Enzyklopädie Titanic: www.encyclopedia-titanica.org
• Titanicfandom: https://titanic.fandom.com/de
Zur
Kenntnis: In vielen weiteren Ländern gibt es auch
Interessensgemeinschaften, wie zum Beispiel die British Titanic
Society im United Kingdom.
YouTube-Kanal "Der Titanic Kanal"
Produktion: Emanuel Troßmann
• Verschiedenen Fanseiten aus dem deutschsprachigen Raum, Europa (insbesondere England mit Detailberichten aus Zeitungsmeldungen) und weltweit (insbesondere Seiten von amerikanischen Museen, die über Lebensläufe einzelner Passagiere berichten)
•
Wikipedia-Einträge diverse zur Titanic
mit Abläufen, technischen Details, historischen Zeitangaben,
Beschreibungen von Räumen, Eisbergbeobachtung und Lebensläufe
zu überlebenden Personen, wie Lawrence Beesley (dem Buchautor
eines Augenzeugenberichtes, der als Passagier in der Zweiten
Klasse mitfuhr) oder dem Offizier Charles Herbert Lightoller
(spannend, wie sein Leben weiter verlaufen ist!)
• Viele YouTube-Kanäle wie "Titanic: Honor and Glory" (www.youtube.com/@TitanicHG) mit beeindruckenden Animationen. Hierüber soll es auch einen Zugang zu einem Programm geben, in dem man interaktiv entscheiden kann, in welchen Raum man weitergehen möchte. Besonders anschauliche Nacherzählungen habe ich auf dem Kanal von "titanicstories" gefunden (www.youtube.com/@titanicstories) entdeckt. Dort fand ich eine spannende Nacherzählung aus dem Leben von Violet Jessop aus der Ich-Erzählerperspektive, die durch Schauspieler lebendig wirkt. Der Link dazu befindet sich auf der Seite "Über mich" unter der Fragestellung "Wie bin ich auf die Idee zur Romanreihe gekommen?"; denn ihr Lebenslauf hat mich dazu inspiriert!
3. Welche Bücher kannst du empfehlen?
Im Rahmen meiner Vorbereitung habe ich in verschiedenen Büchern gelesen, teilweise nur auszugsweise, teilweise intensiv mit Einfluss auf die Handlung meiner Romanfiguren.

Historisch
nebenbei bemerkt:
Dadurch habe ich davon erfahren, dass sich an Bord der
Carpathia aus dem Kreis der wohlhabenderen, geretteten
Passagiere um "Molly" Brown ein Komitee gegründet hat.
Dieses hat sich sich um finanzielle Unterstützung gekümmert.
Vorzugsweise ging es darum, den Zwischendeckspassagieren
unmittelbar die Weiterreise ab New York an ihren Bestimmungsort
zu finanzieren und um eine Sammlung zur späteren Ehrung der
Besatzung des Rettungsschiffes (diese fand ca. 2 Monate später
statt). Die Gründung des Komitees habe ich in Band 1 erstmals
erwähnt.
Das beschreibt Lawrence Beesley in seinem Buch, in dem er seine Beteiligung daran schildert. Er ging mit einem anderen Passagier herum und hat eine Liste zusammengestellt. Dort wurde notiert, ob Geldmittel benötigt wurden, um nach der Ankunft an seinen Bestimmungsort zu gellangen. Bemerkenswert fand er, dass viele der schwedischen Passagiere nicht nur ihr Geld, sondern auch eine Bahnfahrtkarte bei sich trugen.
Buch vom
Sachbuchautor Walter Lord:

Büro der White-Star-Line-Reederei
in New York: Bildquelle Library of Congress
Titel: „Die letzte Nacht der Titanic“, 7. Auflage März 2021, S. Fischer Verlag GmbH Deutsche Ausgabe 1955, 2012, Frankfurt am Main, Deutschland, Originaltitel 1955, 1983 „A Night To Remember“ by Walter Lord, erschienen bei Henry Holt and Company, LLC, ISBN: 978-3-596-19269-4
@Autorin:
Mit vielen
Augenzeugenberichten, die der Autor von Überlebenden eingeholt
hat, gilt es als Standardwerk. Für seine umfangreiche und
herausragende Leistung zolle ich ihm höchste
Anerkennung!
Buch von Lawrence Beesley:

Lawrence Beesley rechts im Bild
im Gymnastikraum der RMS TITANIC
Central News And Illustrations Bureau
Mr. Beesley
war Passagier der Zweiten Klasse, Beruf: u.a. Lehrer und
Journalist, vollständige Taschenbuchausgabe März 1998, Titel
„Titanic - Wie ich den Untergang überlebte - Ein
Augenzeugenbericht, Der Goldmann Verlag, München,, ISBN:
3-442-15004-3)
(© 1997 der werkgetreu bearbeiteten deutschsprachigen
Ausgabe Schiffahrts-Verlag <<Hansa>>,
Hamburg, Deutschland ISBN: 3 87700 101 7,).
Originaltitel in englischer Sprache, Titel „THE LOSS OF THE
S.S. TITANIC“, erschienen bei HOUGHTON MIFFLIN COMPANY im Juni
1912)
@Autorin:
=> Dieses Buch hat mir als
authentischer Augenzeugenbericht am besten
gefallen!
Grundlegend wurden die Abläufe sachlich und ohne Übertreibung geschildert, jedoch verfügt es auch über emotionale Tiefe. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Verzweiflung der Menschen, die er über 40 Minuten nach dem Untergang, der im Wasser treibenden Menschen geschildert hat. Damit eine Lehre aus ihrem katastrophalen Schicksal gezogen wird, hat er einen Zeitungsartikel veröffentlicht. Darin hat er konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit in der Seefahrt vorgeschlagen.
Seine persönlichen Erlebnisse hat er sehr spannend geschildert, zum Beispiel wie sein Rettungsboot mit der Nr. 13 um einen Eisberg herumrudern musste, um zur Carpathia zu gelangen (das hat mich in Band 1 dazu inspiriert, Amelia genau in diese Bootsnr. zu setzen). Oder dass sein Name versehentlich auf der veröffentlichten Todesliste gelandet war, und seine Freunde in der Zeitung einen Nachruf mit der Schilderung seines Lebenslaufs lasen. Und wie genau das Gegenteil passierte und er den Angehörigen einer Person, die versehentlich auf der veröffentlichten Liste der Geretteten stand, mitteilen musste, dass dem nicht so war.
Durch sein früh veröffentlichtes Buch im Jahr 1912 und seine Zeitungsartikel hat er meines Erachtens, einen wesentlichen Beitrag für ein zeitnahes, authentisches Verständnis der Katastrophe ermöglicht.
Buch über die Crew von Günter Bäbler:

Offiziere der RMS TITANIC: Bildquelle Wikimedia Commons
„Das Crewbuch der Titanic – Die Entschlüsselung der Organisationsstruktur an Bord“; Günter Bäbler, ä wie Ärger-Verlag, Schweiz 2013, ISBN: 978-3-9521715-3-0
@Autorin:
Durch
dieses Buch lernt man die Abläufe und Aufgaben der
Besatzungsmitglieder kennen und noch sehr viel mehr, wie zum
Beispiel ihren Verdienst und eine Namensliste mit Zuordnung, in
welcher Abteilung sie gearbeitet haben.
Auf dieses
Buch stieß ich erst relativ spät, als die Testleserphase von
Band 1 schon angelaufen war. Es wurde mir von einem
hilfsbereiten Enthusiasten der Geschichte der Titanic
empfohlen, wofür ich sehr dankbar bin, denn so konnte ich
nachschärfen!
So hatte ich im Vorfeld bei der Recherche für Band 1 erfolglos
danach gesucht, welche Person an Bord die Funktion eines
Polizisten wahrnahm, denn es geht in meinem Roman auch um
Krimi-Elemente. Durch den Film von Cameron von 1997 nahm ich
an, dass der Bootsmann die gesuchte Position bekleidete.
Doch erst durch dieses Buch, stieß ich auf die Information, dass zwei Personen mit der Funktion eines Schiffspolizisten („Master-at-Arms“) unter dieser Bezeichnung in der Crewliste geführt wurden (S. 52-55), die sich ihren Dienst einteilen konnten. Dort stehen sogar ihre Namen (Bailey und King) und ihr Verdienst mit 5£10s. Ihre Kabine befand sich im Bug auf dem E-Deck. So konnten sie möglichst nahe bei den den Crewquartieren und den Unterkünften der Passagiere, die auswandern wollten schwerpunktmäßig für Ordnung sorgen konnten.
Buch über die Protokolle des Untersuchungsausschusses, der zeitnah nach der Katastrophe im April 1912 in New York Zeugen befragte:

Statue of Liberty in New York:
Bildquelle Library of Congress
Dieser
Ausschuss hat die Katastrophe bereits kurz nach dem Ereignis
vom 15.04.1912 untersucht. Die zweite Untersuchungskommission
in England tagte später.
Titel „Titanic Protokolle – Die Berichte der Überlebenden“,
Hrsg. Tom Kuntz, HEEL Verlag GmbH, Königswinter 1998, ISBN:
3-89365-723-1, Amerikanische Erstausgabe 1998, Titel: „The
Titanic Desaster Hearings” by Pocket Books, a division of Simon
& Schuster Inc., New York
@Autorin:
Diese
Augenzeugenberichte finde ich auch sehr spannend! Neben
Berichten von Offizieren, gibt es noch mehr zu entdecken.
Beispielsweise habe ich in Band 2 aus der Schilderung eines
Oberheizers namens Frederick W. Barrett nach
dem Wassereinbruch Detailbeschreibungen
aufgegriffen.
Dort steht
auch die fast unglaubliche aber glücklich ausgegangene
Geschichte, wie der Funker Harold Bride unter
dem umgekippten Faltboot unten drunter gelandet war, nachdem
das Wasser das Deck überspült hat. Er konnte sich später
befreien und hat mit Erfrierungen an den Füßen
überlebt.
Eine kränkliche Dame namens Imanita Shelly aus der Zweiten Klasse schilderte, wie das Ehepaar Strauss sie ermutigt hat, in ein Rettungsboot zu steigen. Sie hatte ebenso anschaulich dargestellt, dass die Heizungen bis auf in drei Kabinen der Zweiten Klasse nicht funktionierten. Dort wo sie liefen, war es viel zu heiß, so dass sie auch hier komplett ausgeschaltet wurden.

Harold Bride (Mitte) Ankunft mit
der Carpathia in New York:
Bildquelle Library of Congress
Historisches nebenbei
bemerkt:
In der
Dritten Klasse funktionierten die Heizung auch nicht, was ich
in Band 2 durch Erin erwähnt habe, die fröstelt, als sie ihre
Vier-Personen-Kabine erstmals betritt.
E-Book des Offiziers Charles H. Lightoller:

2. Offizier Charles H. Lightoller
(Foto in 1909 auf der Oceanic):
Bildquelle Philip Bell (1880-1934)
Titel in englischer Sprache: „TITANIC & OTHER SHIPS” by Charles Herbert Lightoller, 2024, Spitfire Publishers Ltd, first published by Ivor Nicolson and Watson, London in 1935
@Autorin:
Seine
Erfahrung auf der Titanic stellt in seinem Erlebnisbericht
nicht alle Kapitel dar, sondern beschreibt nur eine Erfahrung
von mehreren Schiffen, auf denen er gefahren ist. Sympathisch
finde ich die Widmung für seine Frau, auf deren Drängen er das
Buch geschrieben hat. Nach der Katastrophe hat er zunächst
andere Berufstätigkeiten aufgenommen, weil er den Eindruck
hatte, es hätte ein "Geschmäckle" bei anderen Anstellungen
gehabt, wenn er als Referenz die Jungfernfahrt der Titanic
angegeben hatte.
Neben Viehhaltung und anderen Beschäftigungen hat er sich wieder mit etwas Seetauglichem beschäftigt. Bemerkenswert fand ich seine Rolle, als er mit seinem eigenen Boot unter Einsatz seines Lebens zu Kriegszeiten als Zivilist viele verletzte Männer vom Strand in Dünkirchen gerettet hat.
E-Book von Colonel Archibald Gracie (Passagier der Ersten Klasse, u.a. Militärhistoriker):

Archibald Gracie IV:
Bildquelle Wikimedia Commons
Titel der
deutschen Ausgabe: „Die Wahrheit über DIE TITANIC – Der Bericht
eines Überlebenden“, Jazzybee Verlag Jürgen Beck, Altenmünster,
Deutschland, ISBN: 9783849652630
@Autorin:
Er
hatte demjenigen, der es geschafft hatte, das umgekippte
Faltboot loszuschneiden, dafür sein Messer geliehen (ich meine
dem Offizier Lightoller, bin mir gerade nicht zu 100 Prozent
sicher). Sonst hätten sie es nicht gelöst bekommen (andere
Berichte sprachen von ungefähr 30 Personen, die dadurch
überlebt hatten, unter anderem der Funker Harold Bride)! Das
geschah in der letzten Minute, bevor das Wasser das Deck
überspült hat. Als Militärhistoriker schrieb er Bücher, wovon
mindestens eins auch in der Bibliothek der Titanic zum
Ausleihen zur Verfügung stand. In seinem Buch über den
Augenzeugenbericht der Titanic beschreibt er seine Meinung,
dass das Schiff nicht auseinandergebrochen sei, da er sich bis
zum Schluss an Deck befunden habe (allerdings auf dem Bug und
nicht auf dem Heck, das ungefähr 10 Minuten später versank, wie
man heute gesichert weiß).
WEITERE BÜCHER:

Weitere Bücher findet ihr auf den oben genannten Internetseiten, unter anderem auf der Seite des Historikers Norbert Zimmermann mit dem Schwerpunkt auf den Menschen, auf der Seite des Deutschen Titanic-Vereins teils mit Mythen und auf dem Titanic-Verein aus der Schweiz mit historischen Abläufen und Bildern!
4. Welche Filme hast du gesehen?

Suite B-60: Bildquelle Robert Welch
Nach dem Meisterwerk von James Cameron aus dem Jahr 1997 habe ich verschiedene Dokumentationen gesehen. Zum einen den, den er selbst gedreht hat, indem er einige Schauspieler in die Dokumentation der Tauchgänge zum Wrack eingebunden hat. Und diverse weitere Dokumentation über Jahre verteilt.
In 2025 gibt es Dokumentationen in der kostenlosen TV-Mediathek. Dort schaute ich die an, über das private Tauchboot eines Einzelnen, der zusammen mit Touristen in einem selbstgebauten Boot, den Kräften des Meeres erlegen ist. Wenn ich mich richtig erinnere, ist seine Frau entfernt mit jemanden aus dem Kreis der Überlebenden der Titanic verwandt.
@ Autorin: Kurzfilmdokumentation = Historische Aufnahme:
Auf der Seite der "Library of Congress" gibt
es einen Zusammenschnitt von Filmaufnahmen vom
10.04.1912! Darin ist unter
anderem Kapitän Smith 10 Minuten vor dem Auslaufen der RMS
TITANIC zu sehen, sowie weitere geschäftige Aufnahmen
der Besatzung beim Verladen des Gepäcks per Krahn und zum
Abschied winkende Passagiere auf dem Promenadendeck bei der
Ausfahrt aus Southampton. Die Stimmung ist fröhlich, aber
aufgrund der Katastrophe finde ich den Film um so bewegender,
weil man weiß, was vier Tage später geschehen wird.
Schnief...
Link in Browserzeile kopieren: https://www.loc.gov/item/mp73125400
Filmempfehlungen mit Beschreibung vom historischen Experten Norbert Zimmermann:

Historiker Norbert Zimmermann:
Bildquelle privat
Ich hatte die Ehre, ihn in einem Call nach einigen Details zu fragen, die ich in meine Bände einbauen möchte! 40 Jahre beschäftigt er sich nun mit der RMS TITANIC. Sein Wissen ist der Hammer! Und menschlich ist er total gut drauf! :) Zuerst hatte ich etwas "Manschetten" Kontakt zu so einem bekannten Historiker aufzunehmen, als ich ihn über das Netzwerk "LinkedIn" fand, aber dann gerieten wir durch die gemeinsame Begeisterung schnell in gemütliches Fahrwasser. Einen ähnlichen Effekt hatte ich auch, als ich mich mit einem anderen Kreis von Enthusiasten austauschte. Als das Fachsimplen losging und ich meine Detailaspekte in den Hut warf startete die Diskussion mit spürbarer Wertschätzung für die historischen Ereignisse, so dass es sich anfühlte, als würden wir uns seit Jahren kennen.
In einem späteren Band, in dem es schwerpunktmäßig um die Offiziere geht, möchte ich seine Erzählung einbauen, wie es dazu kam, dass der "Erste Offizier" Murdoch ebenfalls die Uniform des ranghöheren "Leitenden Offiziers" trug, die der Position von Wilde entsprach (Stichwort: Olympic).
Er gab mir den Tipp, dass gemeinfreie Bilder über die Seite der "Library of Congress" (https://www.loc.gov) abrufbar sind, wodurch meinen Homepage einen Relaunch der Bilder erlebte (zusammen mit der unter dem Stichwort TITANIC neu genutzten Seite "Wikimedia Commons" (https://commons.wikimedia.org). Da die Fotografen in der Regel schon länger als 70 Jahre nicht mehr unter uns weilen und keine exklusive Nutzung der Rechte hinterlassen haben, sind viele Bilder gemeinfrei.

Nicht nur meine Homepage ist
aktualisiert, sondern auch seine. Insbesondere die
umfangreiche Zusammenstellung der Filme, die
oft kostenfrei über die Titelsuche bei YouTube
aufrufbar sind., finde ich empfehlenswert. Insbesondere wurde
der Film von 1958 von Überlebenden als authentisch eingestuft.
Das Besondere war hierbei, dass am Set Überlebende beraten
haben. Hervorzuheben sind hierbei Joseph Boxhall (Fünfter
Offizier der RMS TITANIC) und Lawerence Beesley (Lehrer,
Journalist), der als Passagier der Zweiten Klasse an Bord war
und einen Platz im Rettungsboot ergatterte, ohne vorher im
Wasser gewesen zu sein (sein Buch erwähne ich in den Buchtipps,
da es mir als Augenzeugenbericht am besten gefallen
hat).
Auf der Seite von Norbert Zimmermann
findet ihr die Titel und Beschreibung zu vielen
Filmen:
Link einfach in die
Browserzeile kopieren: https://titanicbuchautor.jimdofree.com/titanicfilme/
5. Welche Erlebnisse, Reisen und Orte haben deine Arbeit an den Titanic Romanen geprägt?
Dazu gehörten bisher:

Titanic Museumsgebäude in Belfast, bzw. das ehemalige Werftgelände von „Harland & Wolff“, in dem die Titanic gebaut wurde und Gedenktafel in der Stadt.
Auswandererhaus Bremerhaven, das die Atmosphäre des Auswanderns und Lebensläufe von Passagieren, Kabinen und vieles mehr faszinierend darstellt.
Besichtigung der
Meyerwerft in Papenburg:
Als ich dort
war, befand sich das Schiff "Disney Destiny" gerade im Bau. Als
ich die Schornsteine am Hafenbecken sah, die in der
Zwischenzeit angebaut wurden, konnte ich mir die Dimensionen
vorstellen. Die organisatorischen Abläufe, in dem ein Schiff
innerhalb von 36 Monaten durchschnittlich gebaut wird, die
Schiffsmodelle, die Menschen, die damit verbunden sind, fand
ich sehr beeindruckend.
Kreuzfahrt im
Mittelmeerraum:
Dieser
Absatz ist etwas länger. Um nicht alles doppelt aufzuführen,
verweise ich an dieser Stelle unter der gleichen Frage in der
Überschrift auf der Seite „Über mich“.
Dort schildere ich die zunehmend beängstigenden Momente des orkanartigen Unwetters, das ich auf der Kreuzfahrt erlebt habe. Durch dieses Erlebnis kann ich ein wenig nachfühlen, wie es an Bord ist, wenn die See tobt und man hofft, unbeschadet durch den Sturm zu kommen. Meine Hochachtung für die Menschen, die auf See arbeiten und so etwas durchmachen!
Bildquelle Wikimedia Commons
2. Offizier Charles Herbert Lightoller

