Über mich

Autorengespräch mit Sonja M. Petersen:

Bootsdeck: Bildquelle Thomas Barker

Bootsdeck: Bildquelle Thomas Barker

Fragen, die ich beantworte im Überblick:

1. Wie kamst du auf die Idee?
#Idee #Entwicklung Buchreihe

2. Worum geht es in der Buchreihe?
#Menschen #Historische Informationen #Dramaturgie eines Romans

3. Wie viele Bände sind geplant?

4. Welche Erlebnisse, Reisen und Orte haben deine Arbeit an den Romanen geprägt?
#Action

5. Wie früh begann deine Faszination für die Geschichte der Titanic?
#Film

6. Welche Besonderheit hast du als Autorin beizutragen?
#Humor

7. Was gibt es Persönliches zu sagen?

#Abenteuer #Mut #Freunde 


Antworten:

Auszug Autorenbild als Teilcollage mit Schiffssymbolbild

1. Wie kamst du auf die Idee?
#Idee 

Kein Witz, durch eine Falschmeldung kam ich auf die Idee! In den sozialen Medien las ich in einem Post, dass eine Krankenschwester 3 Schiffsunglücke überlebt hatte, darunter das der Titanic. "Spannend! Warum hat darüber noch niemand einen Roman geschrieben?"


Dadurch kam mir der Gedanke. "Ja gut, dann mache ich es halt!" Denn Schriftstellerei ist meine Leidenschaft. Nach einem Studium habe ich bereits mehrere Bücher unter Pseudonym veröffentlicht. Da erschien mir dieses Großprojekt durch die Recherche von historischen Informationen als neue Herausforderung geeignet. Ich bin immer schnell gelangweilt und lerne gerne Neues. Ich war mir bewusst, dass mich die Recherche und der Spannungsbogen mit vielen Figuren für eine lange Zeit begeistern würde.


Violet Jessop 1915 in ihrer Krankenschwesternuniform des Roten Kreuzes auf der Britannic: Bildquelle: Wikimedia Commons

Violet Jessop 1915 in einer 

Krankenschwesternuniform des 

Roten Kreuzes auf der Britannic:

Bildquelle: Wikimedia Commons

Im Mai 2024 begann ich zu der in dem Post benannten Krankenschwester Violet Jessop zu recherchieren. Dabei stellte fest, dass "ihre Katastrophen" alle auf Schiffen der gleichen Reederei "White-Star-Line" passierten.

Auf dem Schiff Olympic fand ihr erstes Erlebnis statt. Dort befand sie sich als Schiffsstewardess und nicht als Krankenschwester an Bord. Hierbei gab es "nur" ein großes Loch im Rumpf durch eine versehentliche Kollision mit dem britischen Kriegsschiff Hawke.
Durch die Reparatur des Schwesterschiffs Olympic verzögerte sich der Bau der Titanic in der Werft „Harland & Wolff“ in Belfast, da die Reparatur dazwischengeschoben wurde. Das angeschlagene Schiff fuhr ebenfalls unter dem Kommando von Kapitän Edward J. Smith..

Über die Untersuchung des Vorfalls durch die Untersuchungskommission und die Mutmaßung, dass eine Sogwirkung die Ursache war, stichelt eine englische Adelige beim Kapitänsdinner in Band 1. Anlass für die Diskussion am Tisch ist ein historisch belegtes Ereignis beim Auslaufen im Hafen in Southampton. Dabei wäre die Titanic durch eine Sogwirkung fast mit dem vertäuten Dampfer „New York“ kollidiert, als sie von zwei Schleppern gezogen wurde.

Auf der Titanic fuhr Violet ebenfalls als Schiffsstewardess mit. Zu Kriegszeiten fuhr Violet auf der Britannic als Krankenschwester für das „Rote Kreuz“ mit (siehe Bild). Dieses Schiff ist mit einer Mine kollidiert und gesunken.

=> Die fast unglaubliche Lebensgeschichte von Violet stellte den Auftakt für meine Bewunderung der der starken Menschen der Titanic dar!
Daraufhin begann ich mehr Augenzeugenberichte zu lesen. So bestellte ich Bücher von Einzelpersonen aber auch von den Protokollen vom Untersuchungsausschuss in New York. Spezielle Seiten im Internet begeisterten mich in Bezug auf Beschreibungen von Abläufen, Technik und Räumen.

@Autorin: Moderne Nacherzählung aus der Sicht von Violet Jessop anhand ihrer Aufzeichnungen, die 3 Schiffsuntergänge überlebt hat..
YouTube-Kanal: @titanicstories)
: Link in Browserzeile kopieren: https://youtu.be/ERDHDAR3ZsU?si=fcFn004qr_CQIa4k


Cathrine Wallis die als Krankenschwester 1912 an Bord war, Bildquelle:

British Journal of Healthcare Assistants

Cathrine Wallis

Bildquelle:

British Journal of Healthcare Assistants

Die reale Krankenschwester (sogenannte Matrone) auf der TITANIC: Cathrine Wallis

In einem Artikel des "British Journal of Healthcare Assistants" aus April 2009 ist ein Bericht über Cathrine Wallis erschienen, die 1912 als Healthcare Assistant im Sinne einer Krankenschwester in der 3. Klasse gearbeitet hat. Offizieller Begriff war "Matrone". Die 35-Jährige war verwitwet und hatte 4 Kinder. Sie lebte in Southampton, hatte ihre Kinder bei Schwester untergebracht und hat die Katastrophe nicht überlebt.

In dem englischen Artikel wird später von einem Steward als Augenzeuge berichtet, dass sie bei der Aufforderung, sich an Deck zu begeben, gesagt haben soll (sinngemäß): "Hier unten bin ich sicher, ich bleibe hier!" Es wird davon ausgegangen, dass sie sich unter Deck weiter um die Passagiere gekümmert hat.

Es wird auch auf medizinische Aspekte eingegangen, unter anderem, dass sie den Eltern der Dritte Klasse-Passagiere etwas über die Pflege und die Ernährung von Kindern vermittelt hat, ihr Verdienst von 3 Pfund pro Monat und was es in der Dritten Klasse an Bord zu essen gab. Von der Berufseingruppierung wird sich im Artikel auf die 22 Stewardessen bezogen, die ihre Kolleginnen waren. Wer mehr wissen möchte:

Link einfach in Browserzeile kopieren: https://www.researchgate.net/publication/230874815_A_Titanic_effort

@Autorin: An dieser Stelle möchte ich dem Historiker Norbert Zimmermann meinen besonderen Dank aussprechen, der diesen Artikel für mich aufgespürt hat! Ich hatte mich vorher ohne Erfolg bemüht "schwarz auf weiß" zu recherchieren, dass der Begriff "Matrone" als Synonym für die Krankenschwester an Bord galt.


#Entwicklung Buchreihe:

Durch diese intensive Aufarbeitung der Geschichte der Titanic wurde der Umfang meiner ursprünglichen Story zusehends komplexer. Durch die kleinen kriminalistischen Abenteuer der Geschichte in Band 1 und das Freundschaftsthema der drei Frauen, entwickelte ich für die Nebenfiguren zunehmend mehr Tiefgang. Warum reagieren sie auf diese Weise? Was ist ihr Hintergrund? Was ist ihr Entwicklungsziel? Hürden und vieles mehr.

Dadurch kam ich bald darauf, nicht nur einen einzelnen Roman zu schreiben, sondern eine Serie. So wurden aus den beiden starken Nebenfiguren der Frauenfreundschaft in Band 2 (Schiffsstewardess) und Band 3 (Gouvernante) eigene Hauptfiguren.

Vom grundlegenden Plot her habe ich bereits Band 4 bis 6 skizziert (sogar noch mehr, aber ich werde bei der Ausarbeitung dieser Folgebänden merken, ob sich die Storys weiter unterfüttern und tragen).


Symbolbild eines aufgeklappten Buches , das auf dem Meer liegt und ein Herz aus Wasser in den aufgeschlagenen Seiten beinhaltet

2. Worum geht es in der Buchreihe?

#Menschen:

Es geht um die starken Menschen der Titanic. Wie ihre beruflichen Tätigkeiten an Bord sind, welche Liebesdramen sie in Beziehungen erleben und wie sie sich weiterentwickeln. Die inneren Hürden sind am schwersten zu überwinden. Je nach Charakter und „Lebenslauf“ gehen die Figuren unterschiedlich mit Herausforderungen um.

#Historische Informationen:

Mein Anspruch historische Informationen möglichst authentisch in die Handlung einfließen zu lassen, ist sehr hoch. Um eine Dopplung der Themen auf dieser Seite zu vermeiden, verweise ich an dieser Stelle auf die Seite „Historische Informationen“.

#Dramaturgie des Romans:

Erzähl-Perspektive: Die Kapitel sind im Wechsel aus der Ich-Erzähler-Perspektive der weiblichen und der männlichen Hauptfigur erzählt.

Dramaturgie: Grundlegend wende ich das dramaturgische Prinzip der „Heldenreise“ an. Meine Geschichten sind daher nach einer standardisierten Struktur aufgebaut. So beginnen die Kapitel jeweils mit der Einführung der Figuren in ihrer „gewohnten Welt“. Dann folgt die Einschiffung an Bord der Titanic. An Bord erleben sie mehrere Abenteuer teils allein, teils mit der anderen Hauptfigur, teils in der Gruppe mit Freunden oder Bekannten. Dabei überwinden sie Hürden / Schwellen, vor allem in Bezug auf die innerliche Entwicklung. Zum Schluss überleben sie die Katastrophe oder auch nicht. Danach bestehen zwei Optionen: Entweder sie kehren „verändert zurück in die gewohnte Welt“ (zum Beispiel mit neuen Erkenntnissen gehen sie zurück nach England und leben und arbeiten dort in ihrem bisherigen Umfeld). Eine andere Möglichkeit ist, sich bewusst für eine „neue Welt“ zu entscheiden und zum Beispiel in einem anderen Land zu leben.


Symbolbild eine Frau im 20. Jahrhundert steht an der Reling eines Schiffes und schaut in die Ferne zu einem anderen Schiff

3. Wie viele Bände sind geplant?

Mindestens 6 Bände sind geplant! In den ersten 3 Bänden stehen starke Frauen im Vordergrund. Sie schließen auf dem Schiff Freundschaft und stehen sich in kleinen und großen Abenteuern bei.

In Band 4 bis 6 geht es vorrangig um starke Männer. Sie sind nicht alle miteinander befreundet, interagieren aber teilweise mit den gleichen Nebenfiguren. Jeder hat seinen eigenen „Wingman“.

Jeder Band ist mit ein oder mehreren Bänden verwoben. Zum Beispiel hilft die Krankenschwester dem „dunklen Lord“. In Band 4 wird er selbst zu einer Hauptfigur, wodurch sein Kontakt zu ihr und Erin aufgegriffen wird, der auch in Band 2 behandelt wird. Auf „ihn“ freue ich mich besonders, da er eine geheimnisumwobene Erscheinung ist, die tief verwurzelte Themen in sich trägt. Dramaturgischer Aspekt: Frauen wollen im übertragenen Sinne gerne jemanden retten. Der dunkle Lord ist so ein harter Brocken, dass meine Heldinnen - jede auf ihre Weise - ihre Mühe haben, die harte Nuss zu knacken, denn er will es nicht zulassen!
Für die Verbindung zu seinem beruflichen Hintergrund habe ich eine tiefgehende Recherche zu einem militärischen Thema aufgestoßen. Dieses ist für die Verbindung zu seinem „Wingman“ von Bedeutung. Ich hätte mir früher nicht ausmalen können, dass ich eine bestimmte Ära zu diesem speziellen Bereich einmal ausarbeiten würde. Um die historische Genauigkeit zu wahren, habe ich mir Mühe gegeben.

Die Entstehung der Buchreihe erlebte ich bisher wie eine „Mindmap“. Um ein vertieftes Thema ploppen ständig neue Themen auf, die vom Hauptthema wegführen, aber mit Details verbunden sind. Hätte ich meine Stichwortnotizen nicht, wäre die Gefahr noch größer, sofort dem Reiz des Neuen zu erliegen. So vertage ich mein Bedürfnis meistens auf den späteren Band, in dem ich dem neuen Thema seinen Raum geben kann. Die Ablenkungen zurückzustellen, fällt mir nicht immer leicht! Es kann sehr großen Spaß machen kann, sich zu verzetteln. Doch ein Projekt nach dem anderen. Wobei Geduld nicht meine Stärke ist, hingegen Ausdauer! Wenn mich das Ziel ausreichen motiviert und die Mittel zur Verfügung stehen, dann werde ich zwar nicht das „blaue Band“ für Schnelligkeit erreichen (vgl. Ziel von Mr. Ismay), aber in einem sicheren Boot in den Hafen einlaufen.


Symbolbild eines aufgeklappten Buches , das auf dem Meer liegt und ein Herz aus Wasser in den aufgeschlagenen Seiten beinhaltet

4. Welche Erlebnisse, Reisen und Orte haben deine Arbeit an den Romanen geprägt?

#Action:

Titanic Museumsgebäude in Belfast, bzw. das ehemalige Werftgelände von „Harland & Wolff“, in dem die Titanic gebaut wurde und Gedenktafel in der Stadt

Auswandererhaus Bremerhaven, das die Atmosphäre des Auswanderns und Lebensläufe von Passagieren, Kabinen und vieles mehr faszinierend darstellen

Besichtigung der Meyerwerft in Papenburg: 
Als ich dort war, befand sich das Schiff "Disney Destiny" gerade im Bau. Als ich die Schornsteine am Hafenbecken sah, die in der Zwischenzeit angebaut wurden, konnte ich mir die Dimensionen vorstellen. Die organisatorischen Abläufe, in dem ein Schiff innerhalb von 36 Monaten durchschnittlich gebaut wird, die Schiffsmodelle, die Menschen, die damit verbunden sind, fand ich sehr beeindruckend.

Kreuzfahrt im Mittelmeerraum:
Tatsächlich gerieten wir in ein Unwetter! Über 4 Stunden wirbelten orkanartige Böen das große Schiff am Abend hin und her. Als es anfing, saßen wir in der Bingo-Lobby und sahen, wie die Bistrostühle von einer Seite zur anderen herüberschlitterten. Zuerst nahmen wir an, dass das Unwetter nur von kurzer Dauer war und gingen hinauf aufs Freiluftdeck. Dort sprangen wir in die Höhe und wurden ziemlich weit nach hinten geweht. So langsam wurde uns der Erst der Lage bewusst.

Als wir uns auf den Weg zur Kabine machten, sahen wir bereits, wie das Wasser durch die Glastüren ins Innere des Schiffes drückte. Bald darauf hörten wir die Lautsprecherdurchsage, dass sich alle Passiere zurückziehen sollten. Wir mussten unser Abendessen in mehreren Gängen unfreiwillig zurückgeben. Es kam mir vor, als würde ich stundenlang in einem Karussell auf dem Jahrmarkt im Schleudergang mitfahren müssen.

Ich bewundere die Besatzung von allen Schiffen, die so einen Wellengang aushalten und dabei weiterarbeiten können! Einen Anblick werde ich wohl nie vergessen. Als ich aus dem Bullauge nach draußen sah, sah ich meterhohe Wellen auf uns zurollen und ein anderes großes Schiff, das in unsere Richtung wankte. Aber es ist nochmal alles gut gegangen!

Als ich das letzte Kapitel von Band 1 schrieb, beschrieb ich die Verbesserungen der Seefahrtsrichtlinien, die nach der Jungfernfahrt der Titanic im Jahr 1912 verabschiedet werden sollten (die meisten traten 1914 in Kraft). Hierbei ging es auch um die Rettungsübung mit der Crew und den Passagieren und darum, dass Rettungswesten und Boote für alle vorhanden sein mussten. In diesem Moment kam mir unsere Erfahrung auf dem Kreuzfahrtschiff in Erinnerung, die von den Vorschriften profitiert hat.
Die Übung wurde am Vortag angekündigt. Durch einen Plan an der Tür und der Beschriftung der Rettungswesten war klar, in welchem zugeteilten Bereich wir uns an Deck einfinden sollten. Die optimalen Vorkehrungen durch die geschulte Crew, die anhand einer Liste die Teilnehmer prüfte, und durch die Übung der Abläufe mit den Passagieren, wären in einer Rettungssituation allen klar, was zu tun wäre.


Die Rettungsboote wurden teils als Tenderboote genutzt. Das kam in Häfen vor, für die das Schiff zu groß war. Puh, ich fand den Umstieg nicht ungefährlich und machte mir Sorgen um ältere Menschen, die mit dem Höhenunterstiegt vom Schiff zum Tenderboot und zum Steg eine Herausforderung zu bewältigen hatten. Ein falscher Schritt und ihr Urlaub wäre beendet gewesen. Ein Vergnügen war der Umstieg nicht. An die Tenderbooterfahrung musste ich ebenfalls beim Schreiben denken, denn:

Historisches nebenbei bemerkt:
Für den Zustieg der Passagiere der Titanic wurden neue Tenderschiffe für den Hafen im französischen Cherbourg gebaut. Im irischen Queenstown (heute Cobh) wurden zwei Barkassen genutzt. Eine der Barkassen hieß "Ireland" (habe ich in Band 1 genannt) und eine "America" (kommt in Band 2 vor). In Southampton, wo die meisten Personen an Bord gingen, war der direkte Einstieg möglich.


Rumpf mit Anker: Bildquelle Francis Browne

Rumpf mit Anker: 

Bildquelle Francis Browne

5. Wie früh begann deine Faszination für die Geschichte der Titanic?

#Film:

Als ich 1997 den Film "Titanic" von James Cameron sah, begann meine Begeisterung für das Thema. Obwohl wir frühzeitig an der Kinokasse anstanden, bekamen wir nur noch Tickets in der ersten Reihe. Mein Nacken hat es mir nicht gedankt, im Kinosessel nach unten versunken in Überlänge hochzuschauen. Jedoch habe ich mich keine Minute gelangweilt.

Ich könnte jetzt weiter vom Film schwärmen, zum Beispiel über dessen Detailgenauigkeit, mit der der Regisseur und sein Team eine Meisterleistung vollbracht haben, wie ich bei meiner Recherche festgestellt habe! Jedoch habt ihr den Film mit Sicherheit selbst gesehen.

Zum Beispiel stieß ich bei meiner Recherche über die Kunstwerke an Bord auf das Gemälde "Plymouth Harbour" des Malers Norman Wilkinson (1878-1971). Es hing im Rauchersalon der Herren. Im Film spielt dort die Szene, in der Thomas Andrews, der leitende Ingenieur der Werft aus Belfast es in Gedanken vertieft angeschaut und nicht vorhatte, das Schiff zu verlassen, als es sich schon in Schräglage befand. Für den Film wurde ein nachgemaltes Bild verwendet (laut unbestätigter Quelle wurde das Bild vom Sohn des Malers angefertigt).


6. Welche Besonderheit hast du als Autorin beizutragen?

#Humor:

Wie mit einer guten Freundin kann man mit meinen Werken lachen und weinen. Der ernsthaften Schwere des größten Dramas in der Geschichte der Seefahrt versuche ich durch Humor etwas Leichtigkeit zu verleihen. Daher lasse ich die Romanfiguren teils durch neckende Dialoge miteinander interagieren, teilweise bringe ich sie in komische Situationen, aus denen sie auf kreative Weise herausfinden müssen. In Band 2 beschere ich Amelia so viele Hürden, dass sie sich in der Rückschau auf ihre Taten, die sie vor der Reise nicht für möglich gehalten hätten, selbst auf den Arm nimmt. So wie im echten Leben, liegen auch hier Freud und Leid dicht beieinander!


Auszug Autorenbild als Teilcollage mit Schiffssymbolbild

7. Was gibt es Persönliches zu sagen?

Als studierte Autorin sind mir Freundschaft, Mut und Abenteuer in meinen Geschichten ebenso wichtig wie im echten Leben :) 

#ABENTEUER:

Die Reiseziele auf meiner Abenteuer-Checkliste habe ich im Laufe des Lebens so gut wie alle abgehakt. Erfahrungen daraus integriere ich auch in meine Bücher.


In meinen Romanen für Erwachsene brauche ich auch viel Action, sonst ist es mir für meine Figuren zu langweilig. Daher baue ich in die dramatischen Liebesgeschichten immer eine Krimi-Handlung ein, in denen andere meinen Protagonisten „gewaltig“ in die Quere kommen.
Als Sendungen im TV schaue ich sehr gerne englische Krimis. Neben einer wunderschönen Landschaft mit grünen Wäldern, tollen Cottages oder gemütlichen Pubs in England/Irland/Schottland liebe ich intelligente Wendungen, überzeugende Verdächtige und Wortwitz! Die Charaktere sind teils ernst und grüblerisch, wie „Dr. junge Inspektor Morse“ oder skurril und denken in hochkomplexen Strukturen wie der englische „Professor T.“ 


Obwohl die Hauptfiguren ihr eigenes Profil verkörpern, tun sie dies auf eine unaufdringliche Weise, so dass sie nicht sich, sondern die Handlung im Fokus haben.
Viele skandinavische Krimis oder Mini-Serien finde ich herausragend! Das einzige, bei dem ich mir jedes Mal die Haare raufen könnte, denn es kommt sehr oft vor, Ordnungshüter in Uniform oft nicht gut dar stehen lassen. Sobald ein Verdächtiger abhaut und einer von ihnen hinterherjagt, liegt die Wahrscheinlich bei 85% dass der Gesetzeshüter ihn nicht erwischt oder ihn in einem Zweikampf überwältigt.

Ein sehr cooles und zukunftsweisendes deutsches Krimi-Format finde ich "Sarah Kohr", die als Ermittlerin zurzeit in der ARD Mediathek aufrufbar ist. Sie hat Martial-Arts-Kampfszenen drauf. Für das deutsche Setting noch etwas ungewöhnlich, aber in Anlehnung an ausländische Blockbuster sehr cool! Als Fan von Filmen mit Jason Statham wie in "The Transporter" finde ich es sehr gelungen. Auch das Intro mit Trainingsszenen in der Speicherstadt Hamburg, Wasser, coole Musik ist schon sehr cool. Einige Plotts erinnern mich an "The Rock" mit Nicolas Cage und Sean Connery. 

Von der Reihe "The Fast and the Furios" mit dem Kick an schnellen Autos und dem Zusammenhalt von Freunden bin ich erst ab Teil 5 ein Fan. Ab dem Teil wird es strategisch und die Skills der Freunde z.B. in IT, Kommunikation, Technik und ehemaligen Antagonisten, die später auch zu Freunden werden finde ich klasse! Vin Diesel finde ich besonders cool. Der Schauspieler ist auch mutig genug, ein Kinderlied über den Schneemann Frosty zu veröffentlichen. Sich in anderen Feldern auszuprobieren finde ich mutig. 

Als Actionkomödie mag ich Filme mit "starken Männern", die in lustige und herausfordernde Situationen geraten, wie "5 Sterne Uber" mit dem Schauspieler und früheren Wrestler Dave Bautista, und "Der Babynator" ebenfalls mit Vin Diesel. Als ehemaliger Seal meistert er den ungewöhnlichen Babysitterjob originell! Sehr lustig.  

Ein besonderes Lob möchte ich für die skandinavischen Krimis aussprechen. Wie kaum andere haben sie es drauf, wichtigen Figuren, ob gut oder böse, immer mit einer Balance aus beiden Attributen auszustatten! Die allerbeste Serie, die hoffentlich viele Preise gewonnen hat und auf einer wahren Begebenheit beruht ist: GSI Göteborg. Sowohl der Polizist Johann wird mit seinen Stärken und Schwächen gezeigt, die echt nicht ohne sind! Als auch einer der „Oberbösen“ namens „Seth“, den ich erst in späteren Folgen faszinierend fand. Denn da wurde mehr drauf eingegangen, dass er sich bemüht, ein guter Vater für seine Tochter Luna zu sein, wobei er sonst relativ egoistisch unterwegs ist (auch seinem Bruder damals gegenüber). Aber seiner Tochter gegenüber hat er Gefühle gezeigt und sich bemüht. 
So wie im echten Leben … es gibt nicht „nur böse“ oder „nur gut“. Die Mischung macht´s und wie man sich anderen gegenüber verhält (unterstützend, egoistisch, …).

Als Hörbuchreihe finde ich historische Buchreihe "Die Nightingale-Schwestern" von Donna Douglas bewundernswert. Achtung für emphatische Menschen wie mich: Taschentücher in Reichweite legen ;) Echt krass, was die Krankenschwestern im 20. Jahrhundert auszustehen hatten. Die Lebensumstände von Kindern und armen Leuten werden auch sehr eindrucksvoll dargestellt. Aber auch die Träume und starken Menschen, die sich für andere einsetzten, werden bewundernswert in Szene gesetzt.

#MUT:

Meine letzte Mutprobe läuft noch. Ich habe den Sprung als Vollzeit-Autorin gewagt, den ich vor über einem Jahrzehnt schon einmal für ein halbes Jahr für einen Roman als Selbstverwirklichungsprojekt am Stück sabbaticalisierte (Autoren dürfen Worte erfinden ;)); à la "Die Katze lässt das Mausen nicht". Das Schreiben hat mich immer in seinen Bann gezogen und wird es im besten Fall auch immer. 

Ich hoffe darauf, dass meine neue historische Buchreihe "Die starken Menschen der Titanic" (https://titanicromanvoraus.de) es mir ermöglicht, diesen Traum in 2026 noch etwas länger auszuleben. Ansonsten werde ich mich wieder um kaufmännische oder Multimedia-Brötchen bemühen müssen. Früher habe ich gerne in einem normalen Job gearbeitet und meine Schreibprojekte nur nebenbei verwirklicht. Aber in den ca. 2,5 Jahren, die ich jetzt „straight“ vorwärtsschreibe, habe ich 12 Bücher geschrieben, von denen ich bereits 6 im Selfpublishing zur Marktreife gebracht habe und den nächsten 3 noch vor Sommer 2026 hinaushelfen werde. Eine Idee für eine romantische Komödie habe ich verworfen. 2 sind bereits in einer Kurzfassung geschriebene Elfen-Abenteuer in Schottung und England, die ich noch auf mein Langkonzept ausbauen möchte. 
Nebenberuflich zu schreiben ist zäh und viel anstrengender und langwieriger als in Vollzeit! Das Schreiben empfinde ich zugleich als viel härter und viel schöner, als "normal" zu arbeiten. Nachdem Sabbatical damals frustrierte mich der Buchmarkt für Selfpublisher von den Vertriebsaussichten ohne ein großes Werbebudget so sehr, dass ich mir die Sinnfrage stellte, ob ich überhaupt noch weiterschreiben soll, wenn sich der wirtschaftliche Erfolg nicht einstellt. Aber es ist eine Passion tief im Herzen und das Licht, das an die Oberfläche strahlt, will beachtet werden. Es zeigt sich immer wieder und gerade jetzt surfe ich auf der Welle – den Schwung will ich nutzen! Daher ist aufzuhören nicht wirklich eine Option.

#FREUNDE:


Ich bin dankbar, tolle Freunde zu haben, die sich auch bereiterklären in meine Bücher zu schauen. Wenn es nicht "ihr Thema" ist, verstehe ich das und wäre nie sauer. Aber mir zuliebe beschäftigen sie sich mindestens mit Band 1 und geben mir wertvolles Feedback. Sie hören mich heraus und halten meinen Frust auch mal aus. Meine "Haupt"-Elfen sind auch Freunde. Ebenso wie die 3 starken Protagonistinnen auf der TITANIC. Freundschaft ist von großer Bedeutung, finde ich (mindestens als Subplot).

WAS GIBT ES SONST NOCH ZU SAGEN?
Selbstverwirklichung und Multimedia-Aufbereitungen sind neben dem Schreiben ein roter Faden in meinem Leben. Und Lachen als Ausdrucksform :) Wobei stets Raum für „tiefe Gefühle und ernsthafte Themen“ ist. Wie im "echten" Leben.

Über das Alter einer Autorin spricht man nicht. Aber wenn man es in einem Rätsel versteckt… 
Daher: Kurz bevor ich meine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz als Kauffrau abschickte, wurde umgestellt von Schreibmaschine auf Computer. Kein Witz 😉 Einige Freundinnen – die mit der super Handschrift – schrieben sie damals noch von Hand. Leider ist das seit der 5. Klasse bei meiner kreativen Buchstabenanordnung keine Option mehr. 
Hinzukommt, dass ich mittlerweile meine Gemüseeinkäufe in Großbuchstaben auf den Einkaufzettel notiere ;).

Immer eine handbreit Wasser unter dem Kiel wünscht dir

Sonja M. Petersen


Möchtest du zur Startseite zurückkehren?